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News aus dem Ortsverband Altenahr | Kommunalpolitik

Ahrtalgrüne informieren sich über Energieträger Holz

Mit den Worten “ihr werdet erfreut sein, wenn ihr seht auf welche konsequente Art und Weise im schwarzen Nettersheim grüne Träume Realität geworden sind. In Nettersheim gibt es neben dem Holzkompetenzzentrum auch ein Naturschutzzentrum, das vor allem Schulkinder, aber auch Erwachsene, anspricht und eine Bio – Station“ stimmte Organisator Joachim Montel aus Hönningen auf einen informativen und interessanten Tag ein.
Am Nachmittag besichtigte die Delegation unter der fachkundigen Führung von Herrn Eckard Jäck, Mitarbeiter beim Holzkompetenzzentrum Nettersheim, die 600 kW erzeugende Holhackschnitzelheizung in der Hauptschule von Nettersheim mit dem dazugehörigen drei Kilometer langen Nahwärmenetz. Den Abend verbrachte die Grünengruppe dann bei Fachvorträgen mit Diskussionsrunden zum Thema „Holz – ein Brennstoff mit Zukunft“.

Bei der Besichtigung der Holzheizung wurde Herr Jäck durch den Hausmeister und Heizmeister der Nettersheimer Hauptschule begleitet, der voller Stolz über „seine“ Heizung berichtete, die seit 1997 ohne größere Probleme in Betrieb ist. Beschwerden über eine Geruchsbelästigung oder die in Hochzeiten monatlichen Holzanlieferungen durch LKW`s habe es von Seiten der Nachbarn noch nie gegeben. In Nettersheim beliefert die örtliche Forstwirtschaft die Großheizungsanlage eben nur mit abgelagerten und trockenen Holzhackschnitzeln. Außerdem kann der Lagerungsraum auch als Trocknungsraum dienen.
Besonders interessiert zeigten sich die grünen Kommunalpolitiker am Nahwärmenetz der Gemeinde Nettersheim, über das die Hackschnitzelheizung rund 20 Privathaushalte und sechs öffentliche Großgebäude mit Heizenergie versorgt. Dazu wurde ein drei Kilometer langes Rohrsystem im frostfreien Boden verlegt. Die beteiligten privaten Haushalte benötigen keinen eigenen Verbrennungskessel, sie beziehen und bezahlen lediglich die von der Gemeinde gelieferte Heizenergie. Die Kosten liegen dabei interessanterweise immer unter dem Preis für Öl- oder Gasheizungen. Auf dem Weg durch das moderne Rohrnetz verliert das auf 80°C erwärmte Wasser lediglich 5 – 10°C an Temperatur.
Probleme mit den unterschiedlichen Leistungsanforderungen an die Zentralanlage gibt es nicht, zumal sich diese sehr gut steuern lässt und ein Gaskessel für Spitzenlasten bzw. für die vierwöchige Betriebspause der Holzheizung im Sommer zur Verfügung steht.
Die Nutzung einer gemeinschaftlich betriebenen Holzheizung ist in Netttersheim so erfolgreich, dass man im Heizraum der Hauptschule eine zweiten 6oo kW – Anlage baut, die dann ein rund 200 Wohneinheiten umfassendes Neubaugebiet mit Heizenergie versorgen soll.
„Es ist schon schön zu sehen, dass es bei einem entsprechenden politischen Willen offenbar doch gelingt genau jene energiepolitischen und arbeitsplatzerhaltenden Maßnahmen durchzusetzen für die wir schon lange Jahre streiten. Offenbar haben hier die Entscheidungsträger im Rathaus gemerkt, dass eine wirtschaftliche, regionale Wertschöpfung mit nachhaltigen, finanziellen Einsparungen im Bereich der Nutzung von Bioenergie, ein Erfolgsrezept für die Kommunen ist.“, so der Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Kreistag von Ahrweiler Wolfgang Schlagwein. Hennes Fuhrmann, Parlamentarier im Verbandsgemeinderat von Altenahr stellte ernüchtert fest, dass „unsere Initiative für eine Holzhackschnitzelheizung in der Grundschule von Ahrbrück schlicht an der mangelhaften Informationsbereitschaft der Altenahrer Planer und Entscheidungsträger gescheitert ist. Das Ablehnungsargument, dass durch eine Holzbefeuerung eine Geruchsbelästigung entstehen würde kann man getrost ins Reich der dunklen technischen Phantasielosigkeit stecken. Wer trockenes Holz verbrennt, der erntet keinen stinkenden Qualm.“

Die Fachvorträge am Abend beschäftigten sich vor allem mit den forstwirtschaftlichen Grundlagen der energetischen Nutzung von Holz, den Fördermöglichkeiten von Holzheizungen im privaten und öffentlichen Sektor, dem Stand der Technik von Holzpelletheizungen und deren Zukunftschancen.
Im Publikum befanden sich vor allem Heizungsbauer und Installateure aus der Eifelregion, die die Weiterbildungschancen im Holzkompetenzzentrum nutzen, um auf einem Zukunftsmarkt bestehen zu können. Die Nachfrage privater Bauherren nach langfristig kostengünstigen Holzpelletheizungen hat in den letzten Jahren enormzugenommen. In diesem Berufsfeld hat man erkannt, wie man Wertschöpfung und Arbeitsplatzsicherheit mit den Interessen von Mensch und Natur verknüpfen kann.

Die Spitzenkandidatin der Ökopartei für die kommende Kreistagswahl Ute Reuland interessierte sich in einem Pausengespräch mit einem Referenten der Energieagentur NRW besonders für die Finanzierungsmodelle der zukunftsträchtigen Energieprojekte. „Um als Grüner nicht als finanzpolitischer Spinner dargestellt zu werden muss man sich halt auch mit diesen Themen befassen. Als Angehöriger einer großen Mehrheitsfraktion kann man da schon eher mal uninformiert sein. Hauptsache du hebst im richtigen Moment den Arm.“
Aber für die Grünen ist das eigentliche Finanzierungsmodell für solche ökologischen Projekte zweitrangig. Contracting – Modelle mit Firmen, GmbH – Modelle mit Energieerzeugern oder kombinierte Contracting – leasing Modelle sind für die Grünen denkbar, die Hauptsache so die Spitzenfrau ist, „dass die Entscheidungsgewalt auch bei den gewählten Entscheidungsträgern bleibt und nicht wie oft erlebt an irgendwelche undurchsichtige Firmenkonstrukte übertragen wird.“
Es bleibt die Hoffnung, dass man auch in der VG Altenahr und im Kreis Ahrweiler bald die Chancen und Möglichkeiten von technischen Innovationen im ökologischen Bereich erkennt und hierfür in den Räten den Arm hebt.

Hier erhalten Sie weitere Informationen:
www.ea-nrw.de, www.holzkompetenzzentrum.de

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