Grüne durch Rechnungshof bestätigtBündnis 90/Die Grünen im Kreistag Ahrweiler sehen sich in ihrer Kritik an der Geschäftspolitik des Nürburgrings erneut bestätigt. Der Landesrechnungshof fällt – zum zweiten Mal in nur 5 Jahren – ein wenig erfreuliches Urteil über die Geschäftsergebnisse der Nürburgring GmbH. Das Urteil über die Finanzierung von Rennstrecken und Fahrsicherheitszentren in den USA ist geradezu vernichtend: Bau und Betrieb eines Motorsportkomplexes in der Nähe von Pittsburgh seien gescheitert, die Beteiligung solle aufgegeben werden, wird der Rechnungshof in seinem Jahresbericht 2006 deutlich.
Die Beteiligung an dem Projekt im strukturschwachen mittleren Westen der USA sollte die Finanzierung der Formel 1 und die Zukunft des Nürburgrings dauerhaft sichern, lautete damals die Begründung für das Übersee-Investment. Die Grünen-Fraktion hatte 2002 jedoch vor dem Einstieg in das USA-Abenteuer gewarnt. “Ein nur mit öffentlichen Zuschüssen von Land und Kreis lebensfähiges Unternehmen hat weder das Zeug noch die Voraussetzungen zum global player auf den Weltmärkten”, so Wolfgang Schlagwein, Fraktionssprecher im Kreistag, damals. Statt der versprochenen Deckungsbeiträge aus dem USA-Geschäft war dann 2004 eine Kapitalerhöhung der Nürburgring GmbH erforderlich. Vor wenigen Wochen hatte der Kreistag eine weitere Kapitalerhöhung beschlossen. Insgesamt hat die GmbH somit in nur zwei Jahren allein beim Kreis zweimal die Hand für insgesamt rund 1,5 Million Euro aufgehalten, um ihr Eigenkapital aufzubessern.
Mit 133 Euro wurde 2005 jeder zahlende Formel-1 -Besucher subventioniert, saldiert der Rechnungshof. Zu Lesen ist in dem Jahresbericht auch von einer für 143.000 Euro gebauten Außenkartfläche, die sich heute als eingezäunter Abstellplatz präsentiere und zudem baurechtlich nicht genehmigt sei.
Lesen Sie dazu auch im Archiv unserer Homepage den Artikel 200310 "Nürburgring".  |