Genmais-Verbot: Sieg für Umwelt und VerbraucherPressemitteilung 17.04.2009
Beim Frühstück am Samstag vor Ostern hatten die GRÜNEN im Kreis Ahrweiler noch gemeinsam mit Ulrike Höfken über die unkalkulierbaren Risiken beim Anbau von Genmais diskutiert. Neben der art- und tierschutzgerechten Haltung von Legehennen und der Qualität unserer Nahrungsmittel war dies das Hauptthema der Diskussion. Dabei wies die GRÜNEN-Bundestagsabgeordnete auch nochmals eindringlich auf die bereits bekannten negativen Auswirkungen von Genpflanzen auf Bienen und andere Insekten hin.
"Die überfällige Entscheidung von Ministerin Aigner, den Genmais zu verbieten, haben die VerbraucherInnen, Umweltverbände, Landwirte und ImkerInnen erreicht, die seit Jahren mit den Grünen für die Sicherung der gentechnikfreien Produktion kämpfen", sagt Ulrike Höfken. Mit dem Verbot habe Ministerin Aigner den Fehler der CSU und ihres Vorgängers Horst Seehofer (CSU) korrigiert. Seehofer hatte als Bundeslandwirtschaftsminister im Dezember 2005 MON810 als Saatgut zugelassen. Die GRÜNEN fordern die Bundesregierung auf, jetzt konsequent gegen Gentechnik auf den Äckern und Tellern vorzugehen: "Vor allem bei den derzeit anstehenden Zulassungsverfahren dürfen die Risiken nicht unter den Tisch gekehrt werden", verlangt Höfken.
Die Entscheidung, den Genmais mit seinen unkalkulierbaren Risiken zu verbieten, war längst überfällig", erklärt Ulrike Höfken zur Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Nun müsse umgehend auch der Forschungsanbau in Hassloch und Limburgerhof gestoppt werden, betont die GRÜNEN-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz: „Forschung muss auch Verantwortung tragen.“ Das Land Bayern wolle zum Beispiel die Versuchsfelder nur noch im Gewächshaus erlauben.
Höfken kritisiert, dass sich durch das Zögern der Ministerin bis kurz vor der Aussaat die Gefahr erfolgreicher Schadensersatzklagen durch den Genmais-Produzenten Monsanto erheblich vergrößert habe. Bestehende Lücken im Gentechnikgesetz müsse Aigner nun sofort schließen, "der Wiederzulassung von MON810 auf europäischer Ebene eine Absage erteilen und Deutschland zur gentechnikfreien Region machen", fordert Höfken.
Konsequenz verlangen die Grünen auch beim Tierschutz: Die Käfige müssen verboten werden, anstatt als „ausgestaltete Käfige“ weiterzuleben. Um den VerbraucherInnen Orientierung zu bieten, fordern die Grünen auch eine Ausweitung der Kennzeichnung auf verarbeitete Produkte. Die Kennzeichnung 0-1-2-3 hat sich bewährt. Vielen Kunden ist klar: 1-2-3 kein Käfigei. Seit der Kennzeichnung ist der Kauf von Käfigeiern drastisch zurückgegangen. Das Problem ist, dass sie noch in Nudeln oder Fertigkuchen verarbeitet werden, ohne dass die VerbraucherInnen dies erkennen können. Damit muss Schluss sein, auch diese Produkte sollen gekennzeichnet werden. Nur so haben die Menschen eine Wahl und können Politik mit dem Einkaufskorb machen. Die Politik muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass jeder selbst entscheiden kann, welche Produkte er kaufen will und welche nicht – bei den Eiern wie bei der Gentechnik.  Hier erhalten Sie weitere Informationen: http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/nicht-stehen-bleiben-jetzt-gegen-gen-mais-in-europa-kaempfen.html?tx_ttnews[backPid]=10&cHash=141cd2a770 |