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Neues aus dem Ortsverband Bad Neuenahr-Ahrweiler

Grüne sehen Handlungsbedarf in der Ganztagsbetreuung für Kinder bestätigt

„Der Handlungsbedarf zum Ausbau der Ganztagsbetreuung für Schulkinder außerhalb der Schulzeiten und in den Ferien wird immer drängender“, stellen Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat angesichts der verstärkten Elterninitiative mit Vereinsgründung in Bad Neuenahr-Ahrweiler fest. Im Rahmen der Haushaltsberatungen im vergangenen Jahr hatte die Grünen-Fraktion den Bürgermeister bereits aufgefordert, in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ein Konzept für die Einrichtung weiterer Hortgruppen an verschiedenen Standorten zu erstellen. Dabei sollen die Hortgruppen räumlich und organisatorisch an die Grundschulen angebunden sein. Bürgermeister Dr. Tappe und mit ihm die Mehrheit des Rates lehnte den Antrag jedoch „wegen Nicht-Zuständigkeit“ der Stadt ab.

„Derzeit rund 60 Hortplätze stehen zu einer Stadt von fast 30.000 Einwohnern in keinem Verhältnis“, begründet Wolfgang Schlagwein jetzt nochmals für seine Fraktion den Handlungsbedarf.
Zudem seien alle derzeitigen Plätze auf einen Hort und damit auf einen Punkt in einem ja sehr weitläufigen Stadtgebiet mit vielen Ortsteilen konzentriert.
„Der Grundsatz, die Stadt als Planungseinheit zu betrachten, geht an den Bedürfnissen der betroffenen Kinder vorbei“, fügt Ute Reuland als Vertreterin der Grünen im zuständigen städtischen Ausschuß hinzu.

Die Bündnisgrünen wollen die Vergabekriterien für die wenigen Hortplätze in der Stadt einer Prüfung unterziehen. Einen Bedarf nur bei Eltern zu unterstellen, die alleinerziehend oder, nach nicht nachvollziehbaren Kriterien, bedürftig sind, werde den sozialen, ökonomischen und pädagogischen Not-wendigkeiten unserer Gesellschaft nicht gerecht.
„Viele junge Familien werden so vom Betreuungsangebot ausgeschlossen“, wendet sich Ute Reuland gegen die verbreitete Auffassung, Ganztagseinrichtungen für Kinder seien alleine etwas für soziale Brennpunkte oder gescheiterte Familien.
Eine Bedarfsermittlung, die nur sozial Schwache berücksichtigen will, übergehe den gesamten Bedarf an Ganztagsbetreuung aus dem Postulat der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und könne nicht als Beleg für ein ausreichendes Angebot an Hortplätzen gelten.

„Gute Bedingungen für junge Familien schafft man gerade in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit seiner besonderen Altersstruktur nicht allein durch eine Angebotsplanung für Bauland auf der grünen Wiese. Im Gegenteil: jeder Zuzug in ein neues Wohngebiet verschärft die Defizite, wenn der Ausbau der sozialen Infrastruktur mit dem Ausbau der Baugebiete nicht Schritt hält“, sieht Wolfgang Schlagwein die Kreisstadt auch durch ihre umfangreichen neuen Bauflächen in der Pflicht.

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