Schlüssiges unternehmerisches Konzept nicht zu erkennenZum Verkauf der Klinik Hochstaden erklärt Wolfgang Schlagwein nach der gestrigen Sitzung des Stadtrates:
„Ein schlüssiges unternehmerisches Handeln und ein langfristiges Konzept vermag ich nicht zu erkennen“, faßt Wolfgang Schlagwein nach der gestrigen Stadtratssitzung die Situation um die Kur AG und den Verkauf der Klinik Hochstaden zusammen. Schlagwein betont zugleich, der Stadt als Minderheitsaktionär seien nicht die Möglichkeiten gegeben, diesen grundsätzlichen Mangel zu beheben. Insbesondere sei die Stadt alleine nicht in der Position, Konsequenzen im Hinblick auf die Besetzung des Vorstandes der Kur AG zu ziehen.
Zwar hatte es noch am 28. Oktober ein turnusmäßiges Gespräch zwischen den Vorsitzenden der Ratsfraktionen, dem Bürgermeister und Kurdirektor Mertel gegeben, von dem Verkauf der Hochstaden wurden die Fraktionsvorsitzenden aber erst vergangenen Mittwoch in Kenntnis gesetzt.
Hoffnung gebe in der jetzigen Situation allein die Erfahrung, daß von der Kur AG verkaufte Kliniken nach dem Betreiberwechsel offensichtlich einen Aufschwung erleben. Dies helfe allerdings weder den Beschäftigten noch der AG selber. Schlagwein hatte in der gestrigen Sitzung darauf aufmerksam gemacht, daß noch gestern Abend auf der Internetseite der Kur AG Stellenausschreibungen für Fachpersonal der „Fachklinik für Orthopädie, Innere Erkrankungen und Diabetes zum nächstmöglichen Zeitpunkt" zu lesen waren, wo jetzt der Sozialplan zur Verhandlung stehe. Treffender könne die Not des Handelns nicht verdeutlicht werden.
Bündnis 90/Die Grünen halten in den nächsten Tagen Gespräche mit dem zukünftigen Betreiber für erforderlich, um sich angesichts der kursierenden Befürchtungen über die zukünftige Nutzung ein Bild über dessen Planungen zu machen. Damit sei man sich mit den anderen Ratsfraktionen und dem Bürgermeister einig.
Als Konsequenz aus dem Umstand, daß die Kur AG nun keine Klinik mehr betreibt, hat Schlagwein in der gestrigen Sitzung den Bürgermeister gebeten, an Stelle der turnusmäßigen Gespräche der Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates und des Bürgermeisters mit dem Kurdirektor ein regelmäßiges Gespräch zwischen den Vertretern der Stadt und den Vertretern der Kliniken im Stadtgebiet zu organisieren. „Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, daß die Zukunftschancen des Kur- und Heilbades in immer geringerem Maße in der jetzigen Kurverwaltung entwickelt werden. Das private, von der Kur AG geprägte Heilbad alter Form geht dem Ende entgegen. Das müssen wir endlich auch bei der Auswahl unserer Ansprechpartner berücksichtigen“, so Schlagwein. |