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Neues aus dem Ortsverband Bad Neuenahr-Ahrweiler

Vorteile für Naturschutz und Landwirtschaft durch Energie aus Biomasse

In einem Schreiben an Bürgerm,eister Dr. Tappe hat Wolfgang Schlagwein für Bündnis 90/Die Grünen beantragt, den Punkt "Vorteile für Naturschutz und Landwirtschaft" auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu setzen. Bündnis 90/Die Grünen stellen in diesem Rahmen folgenden Antrag:

Die Ausweisung weiterer Baulandflächen im Rahmen der Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplanes erfordert zur Ausführung der gesetzlich vorgeschriebenen Kompensationspflicht in erheblichem Umfang Maßnahmen zum Ausgleich der Beeinträchtigung von Natur und Landschaft und die dafür notwendigen Flächen. Um Konflikte mit der landwirtschaftlichen Nutzung zu minimieren und die Finanzierung der Pflegemaßnahmen dauerhaft zu sichern, wird die Verwaltung beauftragt, Teilkonzepte für das Ausgleichsflächenkonzept zum Flächennutzungsplan zu entwickeln,
•um Energiepflanzen-Flächen als Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen anzuerkennen
•durch energetische Verwertung des Grün- und Gehölzschnittes Deckungsbeiträge für Landschaftspflegearbeiten zu erwirtschaften.

In der Begründung des Antrages heißt es:

Wachsende Bedeutung der Biomasse zur Energiegewinnung
In der Energiewirtschaft vollzieht sich ein grundlegender Wandel. Der weltweite Verbrauch von Erdöl und Erdgas, insbesondere durch die Wachstumsraten in Staaten wie China und Indien, steigt. Die Erschließung neuer Lagerstätten fossiler Energierohstoffe kann nicht mehr Schritt halten. Die Entwicklung der Öl- und Gaspreise spiegelt diese Situation wieder – mit erheblichen Folgen für die konjunkturelle Entwicklung.

Parallel zur Verteuerung der endlichen fossilen Energieträger haben staatliche Rahmenbedingungen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) inzwischen einen Boom der erneuerbaren Energien ausgelöst. Das größte Potential wird dabei in den kommenden Jahren die Nutzung von Biomasse entfalten und die Landnutzung und Landbewirtschaftung dadurch erheblich verändern.

Synergie von Naturschutz und Biomassenutzung
Hohe Biomasseerträge müssen dabei keine Verschärfung der ökologischen Konflikte in der Flächennutzung bedeuten. Im Gegenteil: die energetische Nutzung von Biomasse birgt nicht nur eine Stärkung der regionalen Wertschöpfung, sondern Chancen zur Erhöhung der Artenvielfalt, zum Schutz von Boden und Grundwasser und zur Schließung von Stoffkreisläufen.
Das Spektrum von Kulturarten für den Anbau von Energiepflanzen ist, u.a. durch die Möglichkeit der Ganzpflanzennutzung, wesentlich weiter als bei Nahrungspflanzen. Durch den gleichzeitigen Anbau mehrer Arten ist eine Annäherung an natürliche Ökosysteme zu erreichen. Die größere Vielfalt von Pflanzenarten auf der Fläche ist der entscheidende Faktor zur Stabilisierung von Ökosystemen und minimiert die Notwendigkeit der Regulation durch Pestizide.
Die energetische Verwertung von Biomasse bietet darüber hinaus auch Flächen der Landespflege zusätzlich Erträge, die bisher nur durch erhebliche Zuschüsse in ihrer ökologischen Funktion erhalten werden können.

Bis heute zieht der fortschreitende Rückzug der Landwirtschaft unter dem Kostendruck des Agrarmarktes steigende Ausgaben zur Offenhaltung und Pflege der gewachsenen Kulturlandschaft nach sich, die gerade für Bad Neuenahr-Ahrweiler als Fremdenverkehrsort von hervorragender Bedeutung ist.
Zugleich verursacht der Flächenverbrauch durch Siedlungsentwicklung einen weiterhin erheblichen Bedarf an Ausgleichsflächen für den Eingriff in Natur und Landschaft. In den zurückliegenden Jahren sind bereits eine Vielzahl von Ausgleichsflächen angelegt worden, deren Unterhaltung entsprechende Kosten verursacht.
Im Rahmen der Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplanes muß die Stadt aufgrund der angestrebten baulichen Entwicklung weitere Ausgleichsflächen in erheblichem Umfang bereitstellen und unterhalten. Dabei kommt es zu Interessen- und Nutzungskonflikten mit der Landwirtschaft, die die Beschaffung ökologisch aufwertungsfähiger Flächen erschweren. Oft muß sich der Erwerb von Flächen dann nicht an der ökologischen Eignung, sondern der Verfügbarkeit orientieren – oder der Ausgleich führt zur weiteren Verdrängung der landwirtschaftlichen Nutzung.

Bündnis 90/Die Grünen sind überzeugt, daß die energetische Nutzung von Biomasse einen Beitrag leisten kann, diese Konflikte zu verringern und zugleich die Durchführung landespflegerischen Maßnahmen zu sichern. Für landwirtschaftliche Betriebe eröffnet sich eine neue wirtschaftliche Perspektive, statt der Fortsetzung des Trends zur Flächenstillegung und Betriebsaufgabe. Die Zweiteilung der Landschaft in stillgelegte („unwirtschaftliche“) Flächen und Flächen intensiver Produktion und Belastung könnte zumindest an einigen Stellen aufgebrochen werden.

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