Naturnaher Spielplatz?Wir unterstützen das Bestreben, Flächen für innerstädtische Wohnangebote bereitzustellen. Wir haben dem 1. Entwurf des Bebauungsplanes daher zugestimmt. Diesem Entwurf war gelungen, ein attraktives Angebot für Kinder mit den Interessen des Naturschutzes zu verbinden, nämlich durch die Plazierung des Spielplatzes. Den ökologisch wertvollsten Teil des Areals als Grünfläche wenigstens teilweise zu erhalten und als naturnahen Spielplatz anzubieten und zu nutzen, war eine optimale Lösung und bemerkenswerte Lösung. Sie hätte für die Zielgruppe “junge Familien” und deren Kinder ein ganz besonderes Angebot geschaffen.
Leider ist inzwischen eingetreten, was immer eintritt: Die Verwaltung hat sich bemüht, allen Einreden und Stimmen gerecht zu werden. Nur leider haben gerade Kinder keine Stimme und keine Interessenvertretung, zumindest nicht im Verfahren, und so ist der Spielplatz im neuen Entwurf in der dunkelsten, am wenigsten geeigneten und unattraktivsten Ecke des gesamten Geländes gelandet. Das ursprünglich Argument für diese Verlegung ist inzwischen hinfällig: im Gegensatz zu der Situation im vergangenen Jahr gibt keinen nun keinen ernsthaften Grund mehr zu Zweifeln, daß auch der östliche Teil des Areals baulich erschlossen wird. Alle betroffenen Eigentümer nehmen am Umlegungsverfahren teil, es gibt keine grundsätzlichen Widersprüche mehr. Es gibt keinen Anlaß für die Befürchtung, der Investor im westlichen Teil könnte sich seiner Spielplatz-Verpflichtungen elegant entledigen. Wir können also zu der ursprünglichen und besseren Lösung zurückzukehren. Ein flächenmäßiger Ausgleich die Eigentümer im östlichen Teil, dort, wo der Spielplatz dann wieder liegt, muß selbstverständlich im Rahmen des gesamten Plangebietes erfolgen. Das dürfte aber kein Problem sein, denn der Investor plant nach eigenen Aussagen in seinem Expose ausdrücklich kinderfreundliche Angebote für junge Familien, will mit seinem Angebot die Alterstruktur der Stadt verbessern, will ”Angebote für ökologisch bewußte Akademiker” bereitstellen. An diesen Aussagen muß er sich messen lassen, und daran muß sich auch die Planung insgesamt messen lassen. Ökologisch bewußten Akademikern wird nicht entgehen, daß ihre Kinder auf eine unattraktive Restfläche abgeschoben werden.
Wie die Interessen der Kinder, sind die Belange des Naturhaushaltes jetzt an den Rand geraten. Übrigens wieder nach Lohrsdorf, wo die ökologischen Ausgleichsflächen für Bad Neuenahr bereitgestellt werden, wie immer. Mit einem bedauernden Achselzucken wird, wie so oft, festgestellt, daß der ökologisch wertvollste Teil nicht zu erhalten sei. Dabei hat der erste Entwurf das Gegenteil bewiesen, er hat nämlich den Weg gezeigt, wie der Eingriff im Sinne der gesetzlichen Anforderungen an Ort und Stelle zu minimieren ist.
Aus diesem Grund beantragen wir, den Spielplatz wieder an die ursprüngliche Stelle im östlichen Teil zu legen.
Wir appellieren an den Investor wie an den Stadtrat, sich diesen Gedanken nicht zu verschließen. Es wäre schade, wenn wir in den nächsten Wochen die Diskussion führen müssen, daß die Interessen von Kindern und die Interessen der Natur – wenn es konkret wird - wieder einmal am Ende den Kürzeren ziehen, wieder einmal die Interessen der nachfolgenden Generation weichen und wir uns über die Alterstruktur der Stadt nicht wundern müssen. Es wäre schade, wo wir doch mit dem ersten Entwurf an diesem Punkt auf dem richtige Weg waren. |