Grüne bleiben beim Nein zum Landgrafentunnel - Bürgermeister outet sich erst auf NAchfrage nach der AbstimmungDie Grünen im Rat der Kreisstadt bleiben bei Ihrem Nein zu einem Rad- und Fußwegetunnel unter der Landgrafenstraße. Wie bereits in der Stadtratssitzung am, 25. Februar 2002 sah Fraktionssprecher Wolfgang Schlagwein Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis. Der von den Grünen vorgeschlagene Handwerkerhof im neuen Gewerbegebiet an der Ahrweiler Straße stößt offenbar auf Vorbehalte. Mehrfach wurde in den Beratungen auf die negativen Erfahrungen des Kreises mit dem, so wörtlich, „gescheiterten“ Innovations- und Gründerzentrum in Sinzig verwiesen.
„In Zeiten, in denen Schwimmbäder und Kreismusikschulen mangels Geld geschlossen werden, sind 822.000 Euro nicht zu vertreten“, blieb Wolfgang Schlagwein bei der ablehnenden Haltung, die die Grünen dem über 80 Meter langen Bauwerk unter der Landgrafenstraße von Anfang an entgegen brachten. Rampen und Tunnel bilden die vielfältigen Verkehrsbeziehungen an dieser Stelle nur unzureichend ab. Nach Auffassung der Grünen im Stadtrat gibt es in der Kreisstadt viele Stellen, an den dem Rad- und Fußgängerverkehr mit soviel Geld mehr geholfen wäre als an der Landgrafenstraße. Dabei gehen Die Grünen davon aus, das in dem Betrag von 822.000 Euro noch die Mehrwertsteuer fehlt. „Wäre das so, nähert sich das Projekt der Millionengrenze“, so Schlagwein. Für das Vorhaben müssen ein bis zwei Dutzend Bäume der Ahrallee gefällt werden. Bürgermeister Dr. Tappe outete sich erst nach der Abstimmung auf ausdrückliche Nachfrage von Wolfgang Schlagwein. "Ich habe mit der Mehrheitsfraktion gestimmt", erläuterte der Bürgermeister. Erkennbar war das nicht. Während der Abstimmung hatte er jedoch weder bei Nein oder Ja noch bei den Enthaltungen die Hand gehoben.
Aufmerksam registrieren Die Grünen die Einschätzung des IGZ in Sinzig als gescheitert. Der Grünen-Vorschlag, der Stadtrat möge für das neue Gewerbegebiet an der Ahrweiler Straße einen Handwerkerhof prüfen, stieß unter anderem mit dieser Begründung auf Vorbehalte. „Bisher ist das IGZ Sinzig in den offiziellen Verlautbarungen und Medienberichten unwidersprochen ein ‚Klasseprojekt’“, stellt Wolfgang Schlagwein fest. „Jedenfalls ist das IGZ etwas völlig anderes und liefert keinen Grund, einen Handwerkerhof weiter zu prüfen.“ |