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Neues aus dem Ortsverband Bad Neuenahr-Ahrweiler

Betreuende Grundschule wird überfordert

Anrede,

seit mehr als einem Jahr weigert sich der Bürgermeister mit Rückendeckung einer großen Ratsmehrheit, die unsoziale Schieflage bei der Erhebung der Elternbeiträge für die betreuende Grundschule zu beseitigen.
Die Schieflage besteht darin, daß die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler den Eltern nach wie vor eine soziale Staffelung der Beiträge nach der Zahl der Kinder verweigert.
Dies ist umso schlimmer, als die Einrichtung "betreuende Grundschule" gezielt in eine Ersatzrolle für fehlende, eigentlich erforderliche Regelbetreuungsplätze, also Hortplätze oder Ganztagsschulangebote, gedrängt wird.
Dieses Hineindrängen in die Ersatzrolle für fehlende Regelbetreuung nimmt inzwischen ein Ausmaß an, das die betreuende Grundschule völlig überfordert. Sie ist für diese Rolle nicht eingerichtet, nicht geeignet und war dafür auch nie vorgesehen.
Ihr ursprünglicher Zweck war und ist einzig und allein, den Grundschulkindern und ihren Eltern ein festes Schulende bis 14 Uhr zu bieten.
Damit soll verhindert werden, daß die Kinder vor der Zeit zu Hause aufschlagen, wo in vielen Fällen dann keine Erwachsenen da sind.
Sie ist weder räumlich noch personell in der Lage, eine qualifizierte Ganztagsbetreuung zu leisten, wie das nur ein Hort oder eine Ganztagsschule leisten können.
Sie ist also bestenfalls eine Übergangslösung bis zur Einrichtung wirklicher Ganztagsangebote.

Ihre Strategie, Herr Bürgermeister, ist ganz klar: die Übergangslösung so lange wie möglich auszudehnen und so weit wie möglich auszureizen, damit Sie sich um die eigentlich erforderlichen Hortplätze und Ganztagschulen herumdrücken können.
Ob das aus finanziellen Gründen oder aus Rücksichtnahme auf ihre Fraktion geschieht, sei dahingestellt. Wahrscheinlich gilt beides.

Die eingetretene Überforderung der betreuenden Grundschule machen die Zahlen deutlich:
Die Zahl der Kinder ist im laufenden Schuljahr erneut um über 20% gestiegen, jetzt von 164 auf 198 Kinder.
Damit tritt genau der Bedarf ein, der jahrelang bestritten wurde.
Zugleich steigt auch die tägliche Betreuungsdauer pro Kind. Das wiederum macht die betreuende Grundschule für die Eltern zu einer teuren und immer teurer werdenden Angelegenheit. Je mehr Betreuungsstunden sie in Anspruch nehmen müssen, desto mehr zahlen die Eltern drauf im Vergleich zu regulären Hortplätzen.
Vor allem auch Kreis und Land sparen hier zu Lasten der Eltern, und die Landesregierung schaut deshalb weg, wenn hier Betreuungsstandards, wie sie ein Hort bietet, klammheimlich unterlaufen werden.

Es ist schon dreist, in der Vorlage von erhöhtem Personalbedarf zu sprechen, aber dann dieses Personal überhaupt nicht bereit zu stellen.
Sie lassen es nämlich trotz der genannten Steigerung der zu betreuenden Kinder beim alten Personalschlüssel. Sie erhöhen lediglich die Stellenanteile um 0,15 oder 0,25% wegen der zus. Betreuungsstunden am Nachmittag, deren Bedarf Sie ja gerade noch bestritten hatten.
Das Betreuungspersonal ist also lediglich länger anwesend, ist aber mit immer mehr Kindern konfrontiert.
Und so muß dann 1 Fachkraft mit zwei Hilfskräften bis zu 82 Kinder betreuen.

In dieser Situation auch noch eine Erhöhung der Elternbeiträge zu verkünden, ist völlig inakzeptabel. Zumal die Einnahmen der Stadt aus den Elternbeiträgen ja wegen erhöhter Kinderzahl auch so steigen!
Das war dann auch der CDU-Fraktion zu viel, sie ist ihrem Bürgermeister nach seiner angekündigten Beitragserhöhung zu recht in den Arm gefallen.
Am grundsätzlichen Mißstand ändert das nichts.
Erforderlich ist die Entlastung der Eltern.

Seit über einem Jahr verfolgen wir dieses Thema.
Im September 2008 haben wir den Handlungsbedarf im Schulträgerausschuß thematisiert, dann in der Haushaltsberatung des Stadtrates für 2009, dann im Ausschuß für Jugend, Kultur, Soziales im Mai 2009, dann wieder im Schulträgerausschuß im September 2009.
Jetzt ist Zeit für zwei Korrekturen, analog zur Regelung für Kindertagesstätten, deren Rolle ja die betreuende Grundschule, wie dargelegt, ersatzweise übernehmen muß.:
-die soziale Staffelung der Elternbeiträge nach der Zahl der Kinder,
-Die Deckelung der Elternbeiträge auf 17,5% der Personalkosten.

Wir beantragen:

Analog zur Berechnung der Beiträge für Kindertagesstätten im Kreis Ahrweiler werden für die betreuende Grundschule
-die Elternbeiträge auf 17,5% der Personalkosten begrenzt ,
-die Beiträge für Familien mit 2 Kindern auf 2/3, für Familien mit drei Kindern auf 1/3 des vollen Elternbeitrages reduziert.
-Familien mit vier und mehr Kindern sind vom Elternbeitrag befreit.

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