Weichenstellung für eine nachhaltige StromversorgungDie Energieträger Kohle und Kernenergie können keine nachhaltige und zukunftsfähige Stromversorgung sicherstellen. Der SRU geht davon aus, dass wir heute vor der Grundsatzentscheidung zwischen zwei unterschiedlichen Entwicklungspfaden für die zukünftige Stromversorgung stehen.
Möglich ist entweder – ein massiver Ausbau der regenerativen Energiequellen, der mit schnell startenden Kraftwerkskapazitäten (Gaskraftwerke), Stromspeichern und einem erheblichen Netzausbau kombiniert werden muss, oder – der Ausbau einer Kraftwerksstruktur auf der Basis von Grundlastkraftwerken (Kohle und/oder Kernkraftwerke) unter Verzicht auf einen weiteren substanziellen Ausbau der regenerativen Energiequellen Wind und Sonne zur Stromerzeugung, da ein hoher Anteil von Wind- und Sonnenenergie nicht sinnvoll mit einer grundlastorientierten Stromerzeugung kombiniert werden kann. Die sich abzeichnende Entscheidung für den zurzeit diskutierten erheblichen Neubau von Grundlastkraftwerken wäre damit eine Entscheidung gegen einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Die aktuelle Diskussion um die Zukunft der Stromversorgung in Deutschland wird häufig unter der Prämisse geführt, dass Kohlekraftwerke als notwendige Ergänzung der regenerativen Energiequellen für die Bereitstellung von sogenannter Grundlast erforderlich sind. Diese Kohlekraftwerke benötige man insbesondere vor dem Hintergrund des gesetzlich verankerten Ausstiegs aus der Nutzung der Kernenergie. Mit dieser Argumentation wird die energiepolitische Debatte auf die Frage: „Kohle oder Kernenergie?“ eingeschränkt. Eine sachliche Analyse zeigt hingegen, dass eine Stromversorgung ohne Kohle und Kernenergie auf der Basis regenerativer Energiequellen möglich ist und dass der erforderliche Ausbau von erneuerbaren Energien mit hohen Anteilen von Grundlastkraftwerken nicht vereinbar ist. Damit lautet die zentrale Frage zur Zukunft der Stromversorgung: „Stromversorgung auf der Basis von Grundlastkraftwerken (Kohle und/oder Kernenergie) oder auf der Basis regenerativer Energiequellen?“
Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland hat sich in den letzten 10 Jahren von circa 5 auf über 15 % mehr als verdreifacht. Potenzialanalysen zeigen, dass der Primärenergiebedarf in der EU unter physikalischen und technischen Gesichtspunkten überwiegend aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Verschiedene Studien und Szenarioanalysen zeigen, dass insbesondere eine nahezu vollständige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2050 technisch und ökonomisch möglich ist. Hier erhalten Sie weitere Informationen: http://www.umweltrat.de/04presse/downlo04/hintgru/2009_05_Thesen_Stromversorgung.pdf |